Félix Auger-Aliassime verteidigt seinen Titel und schreibt Geschichte bei den Open Occitanie in Montpellier.
Nach einer intensiven Woche Hallentennis hat Félix Auger-Aliassime erneut seine Klasse unter Beweis gestellt. Der Kanadier verteidigte erfolgreich seinen Titel bei den Open Occitanie in Montpellier und setzte sich im Finale am Sonntag mit 6:3, 7:6 (7:4) gegen den erfahrenen Franzosen Adrian Mannarino durch. Gespielt wurde auf dem Court Patrice Dominguez, wo der topgesetzte Spieler seiner Favoritenrolle gerecht wurde.

ATP TOUR
Der Triumph bedeutet mehr als nur einen weiteren Titel. Mit der erfolgreichen Titelverteidigung setzt Auger-Aliassime ein starkes Zeichen für die laufende Saison und unterstreicht seine wachsende Bedeutung für das kanadische Tennis auf der ATP Tour.
Ein Finale mit Kontrolle und mentaler Stärke
Auch wenn das Endspiel in zwei Sätzen entschieden wurde, spiegelte das Ergebnis nicht die Intensität der Begegnung vollständig wider. Von Beginn an bestimmte Auger-Aliassime das Geschehen mit einem druckvollen Aufschlag und hoher Präzision von der Grundlinie. Besonders auf der schnellen Hallenoberfläche konnte er seine Stärken optimal ausspielen und Mannarino immer wieder zu kurzen Bällen zwingen.
Der erste Satz wurde durch ein einziges, aber entscheidendes Break entschieden. Der Kanadier erhöhte den Druck in den Rückschlagspielen, nutzte seine Chancen konsequent und ließ anschließend bei eigenem Aufschlag kaum Zweifel aufkommen. Mit ruhigem, strukturiertem Spiel sicherte er sich den Satz mit 6:3.
Im zweiten Durchgang präsentierte sich Mannarino stabiler und variabler. Der Franzose verlängerte Ballwechsel, suchte gezielt den Rhythmuswechsel und brachte Auger-Aliassime häufiger in defensive Situationen. Dennoch blieb der Kanadier geduldig und diszipliniert. Der Satz mündete schließlich im Tiebreak, in dem Auger-Aliassime seine mentale Stärke unter Beweis stellte. Mit mutigen Entscheidungen und klarer Spielidee gewann er die entscheidenden Punkte und schloss das Match souverän ab.
Der Weg zum Titel: Konstanz über mehrere Runden
Eine Titelverteidigung stellt stets eine besondere Herausforderung dar, doch Auger-Aliassime zeigte während der gesamten Turnierwoche ein konstant hohes Leistungsniveau. Schon in den frühen Runden überzeugte er mit einer Mischung aus kontrollierter Aggressivität und taktischer Reife.
Im Achtelfinale traf er auf Stan Wawrinka, einen mehrfachen Grand-Slam-Sieger mit enormer Erfahrung. Auger-Aliassime begegnete dieser Aufgabe mit Respekt, aber ohne Zurückhaltung. Durch hohe Laufbereitschaft und einen stabilen Aufschlag konnte er die gefährlichen Phasen des Schweizers neutralisieren und sich in zwei Sätzen durchsetzen.
Im Viertelfinale wartete mit Arthur Fils eines der vielversprechendsten Talente Frankreichs. Fils versuchte, das Tempo hochzuhalten und das Publikum auf seine Seite zu ziehen, doch Auger-Aliassime ließ sich davon nicht beirren. Seine Konstanz und seine Fähigkeit, entscheidende Punkte zu kontrollieren, erwiesen sich erneut als Schlüssel zum Erfolg.
Auf dem Weg ins Finale sorgte Mannarino für einen der emotionalen Höhepunkte des Turniers, als er Ugo Humbert in einem engen Drei-Satz-Match bezwang. Diese Partie unterstrich Mannarinos Erfahrung und seine besondere Stärke in Drucksituationen, vor allem auf Hallenplätzen.
Ein historischer Erfolg für Kanada
Mit dem Sieg in Montpellier feierte Auger-Aliassime den neunten ATP-Tour-Titel im Einzel seiner Karriere sowie den zweiten in Folge bei den Open Occitanie. Damit ist er nun der erfolgreichste kanadische Einzelspieler der Open Era und überholt Größen wie Milos Raonic.
Diese Marke ist nicht nur statistisch relevant, sondern auch symbolisch. Sie zeigt den Wandel von einem Spieler, der lange als großes Versprechen galt, hin zu einem etablierten Champion, der Erwartungen erfüllt und Titel verteidigen kann.
Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf
Aus analytischer Sicht liefert der Erfolg von Montpellier wichtige Hinweise auf Auger-Aliassimes aktuelle Form. Besonders auf schnellen Hallenplätzen zählt er mittlerweile zu den konstantesten Akteuren der Tour. Sein Spiel ist weniger risikoreich als früher, dafür strukturierter und effizienter.
Die Fähigkeit, in engen Momenten ruhig zu bleiben und taktisch kluge Entscheidungen zu treffen, könnte im weiteren Saisonverlauf den Unterschied ausmachen. Turniere mit ähnlichen Bedingungen dürften ihm weiterhin entgegenkommen, doch auch darüber hinaus sendet dieser Titel ein klares Signal an die Konkurrenz.
Für Mannarino bleibt trotz der Finalniederlage ein positives Fazit. Der Franzose bestätigte einmal mehr, dass er mit Spielintelligenz, Erfahrung und Anpassungsfähigkeit auch gegen höher platzierte Gegner konkurrenzfähig ist.
Unterm Strich zeigt die Ausgabe 2026 der Open Occitanie ein deutliches Bild. Félix Auger-Aliassime ist nicht mehr nur ein talentierter Spieler mit großem Potenzial. Er ist ein gereifter Profi und Titelverteidiger, der bereit ist, sich dauerhaft unter den festen Größen der ATP Tour zu etablieren.
